Crosslinking / KERALUX

Durch crosslinking wird die Hornhaut gehärtet und das Fortschreiten des Keratokonus in vielen Fällen gestoppt - eine Verbesserung der Sehschärfe kann dadurch nicht erreicht werden. Crosslinking ist daher die Behandlung der Wahl wenn die Sehschärfe noch sehr gut ist aber durch das akute Fortschreiten bedroht ist. Wenn die Sehschärfe durch den Keratokonus schon herabgesetzt ist, ist die CISIS / MyoRing als Behandlung angezeigt, insbesondere wenn der Patient Schwierigkeiten mit dem Tragen formstabiler Kontaktlinsen hat. Die Durchführung einer Hornhaut Transplantation ist nur mehr als letztes Mittel anzusehen, wenn CISIS / MyoRing nicht mehr möglich ist.

Die Behandlung des Keratokonus mittels Crosslinking wird in 2 Schritten durchgeführt.

1. Einbringen von Riboflavin in die Hornhaut

Damit die Hornhaut entsprechend versteift werden kann ist es nötig vor der UV-Bestrahlung ausreichend Riboflavin in der Hornhaut bereit zu stellen. Üblicherweise wird dies durch Auftropfen von Riboflavin auf die Hornhaut für eine halbe Stunde erreicht. Allerdings stellt das Epithel, das ist die Zellschicht die die Hornhaut Vorderfläche bedeckt eine Barriere für das Eindringen des Riboflavins in die Hornhaut dar. Die meisten Ärzte entfernen daher vor der Behandlung das Epithel um eine ausreichende Konzentration von Riboflavin in der Hornhaut während der Behandlung sicherzustellen. Man bezeichnet diese Variante, bei der das Epithel entfernt wird als Epi-off. Zuwenig Riboflavin in der Hornhaut kann die Effektivität der Behandlung beeinträchtigen. Wird allerdings das Epithel entfernt so führt dies bei dem Patienten zu erheblichen Schmerzen, die einige Tage andauern können. Aus diesem Grunde belassen manche Ärzte das Epithel. Diese Methode bezeichnet man als Epi-on. Da in diesem Fall das Riboflavin, wenn man es auf die Hornhaut tropft nicht so gut eindringen kann - hat man hier meist eine geringere Effektivität. Das Dilemma ist also: Entweder ist die Behandlung schmerzhaft aber effektiv oder schmerzlos und uneffektiv.

Eine sehr elegante Methode um das Dilemma aufzulösen ist "Pocket Crosslinking". Dabei wird das Epithel belassen, aber umgangen (bypass). Wie bei der MyoRing Behandlung wird ein Spalt (pocket) in der Hornhaut erzeugt der unter dem Epithel liegt und der von außen über eine kleine Öffnung zugänglich ist über das das Riboflavin unter Umgehung des Epithels durch eine dünne Kanüle direkt in die Hornhaut eingebracht werden kann. Dadurch kann das Epithel verbleiben und trotzdem eine hohe Riboflavin Konzentration in der Hornhaut sichergestellt werden. Man kann dadurch die Behandlung sowohl effektiv als auch schmerzfrei gestalten.

2. Bestrahlung mit UV-A Licht

Ist die Riboflavin Konzentration in der Hornhaut ausreichend, so wird die Hornhaut mit UV-A Licht (Wellenlänge 365 nm) bestrahlt. Dadurch kommt es zu einer Reaktion zwischen dem Riboflavin und den Kollagenfibrillen der Hornhaut was zu der gewünschten Versteifung der Hornhaut führt. Durch die Versteifung der Hornhaut kann das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden. Insgesamt muß dabei eine Strahlungsenergie von 5.4 J/cm2 auf die Hornhaut übertragen werden. Die Problematik dabei ist jedoch, dass dabei die Hornhaut normalerweise von vorne mit dem UV-Licht parallel zur optischen Achse bestrahlt wird. Dadurch ist die lokal auf die Hornhaut übertragene Energie aber von der lokalen Krümmung der Hornhaut abhängig. Diese ist aber beim Keratokonus sehr variabel und ausgerechnet im Bereich des Konus, wo die Hornhaut am steilsten und der Energieübertrag am Wichtugsten ist, ist der Energieverlust am größten. Eine elegante Metghode um dieses Problem zu lösen ist KERALUX, eine neue Bestrahlungstechnologie bei der es möglich ist, unabhängig von der lokalen Krümmung immer den optimalen Energieübertrag auf die Hornhaut sicher zu stellen.

Das folgende Video, das ca. 7 Minuten dauert, zeigt den Unterschied zwischen der konventionellen und der modernen Bestrahlungstechnik mit KERALUX.