Glaukom (Grüner Star)

Als Glaukom bezeichnet man einen progressiven Untergang der sensorischen Nervenfasern im Auge. Als wesentlichster Risikofaktor gilt ein relativ erhöhter Augeninnendruck. Zur Diagnose und Verlaufskontrolle des Glaukoms ist die biomikroskopische Untersuchung des Sehnervenkopfes (Papille), eine Gesichtsfelduntersuchung und die Augendruckmessung unbedingt notwendig. Therapie der 1. Wahl ist die regelmäßige Tropftherapie mit augendrucksenkenden Augentropfen. Sollte diese Therapie versagen, was nur selten vorkommt, so kann mittels eines geeigneten Lasers oft eine geeignete Augendrucksenkung erzielt werden. Scheitert auch die Lasertherapie, so ist meist eine sog. filtrierende Operation angezeigt. In Spezialfällen kann auch eine Kryotherapie zur Anwendung kommen.

Während die Therapie mit Augentropfen eine über 95%ige Erfolgsquote aufweist ist diese bei der Laserbehandlung ca. 70% und bei der filtrierenden Operation unter 50%.

Was ist der Augendruck?

Das Auge ist praktisch eine Hohlkugel in die es eine Flüssigkeitszufuhr und aus der es einen Flüssigkeitsabfluß gibt. Normalerweise herrscht ein Fließgleichgewicht, das einen bestimmten ("normalen") Augeninnendruck gewährleistet. Der Zufluß erfolgt über den Ziliarkörper und der Abfluß hauptsächlich im Kammerwinkel. Besteht aus irgedwelchen Gründen eine Mißverhältnis zwischen Zufluß und Abfluß so kann es zur Druckerhöhung oder zur Druckabnahme im Auge kommen. Der Augendruck wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule = Torr) als Druckeinheit angegeben. "Normale" Augendruckwerte sind unter 20 bis 23 mmHg. Das ist aber eine grobe statistische Richtgröße (deshalb das "nomal" unter Anführungsstrichen). Der Augendruck alleine ist im Einzelfall nicht krankheitsbestimmend, sondern stellt nur einen Risikofaktor für einen Grünen Star dar. Kommt es infolge relativ zu hohen Augendruckes zum Untergang von Sehnervenfasern, so spricht man vom Grünen Star der Glaukom.

Wie wird der Augendruck gemessen?

Der Augendruck wird gemessen indem die Hornhaut zentral über eine Fläche von 3.05 mm2 abgeplattet (applaniert) wird. Der Druck der dazu aufgewendet werden muß entspricht dem Augeninnendruck. Dies stimmt jedoch nur wenn die Hornhaut eine Hornhautdicke von 550 Mikrometer (0.55 mm) aufweist. Wenn die Hornhaut dicker ist, geht ein größerer Teil des aufgeprägten Druckes während der Messung in die Verformung der Hornhaut als bei einer Hornhautdicke von 550 Mikrometer. Der Augeninnendruck wird daher überbestimmt und man muß vom gemessenen Wert einen bestimmten Betrag abziehen der sich aus der tatsächlichen Hornhautdicke ergibt. Umgekehrt ist es, wenn die Hornhaut deutlich dünner ist als 550 Mikrometer. Dann muß zum gemessenen Augendruck Wert ein bestimmter Betrag dazugezählt werden um den wirklichen Aigeninnendruck zu erhalten. Bei der überwiegenden Zahl der Menschen weicht die Hornhautdicke nicht oder nur unwesentlich von 550 Mikrometer ab, sodaß der erhobene Messwert richtig ist.